Die einzigartige Privatsammlung von Peter Schnug

Marilyn Monroe Expert Peter Schnug
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AM 1. JUNI 2026 IST DER 100. GEBURTSTAG VON MARILYN MONROE.
BIOGRAFIE
Ted Stampfer Ausstellungssammlung Marilyn Monroe
MARILYN MONROE
1 9 2 6 – 1 9 6 2
Marilyn Monroe wurde am 1. Juni 1926 im Allgemeinen Krankenhaus von Los Angeles geboren und erhielt bei ihrer Geburt den Namen NORMA JEANE MORTENSEN. In ihrer Geburtsurkunde wurde jedoch irrtümlich der Nachname MORTENSON eingetragen. Dieser Fehler blieb Marilyn Monroe und den zuständigen Behörden unbekannt. Darum nannte Marilyn Monroe sich selber NORMA JEANE MORTENSON. Ihre Mutter, GLADYS MORTENSEN, die als einfache Filmcutterin arbeitete, bekam mit Norma Jeane ihr drittes Kind. Diese Umstände prägten den frühen Lebensweg von Marilyn Monroe maßgeblich.
Marilyn Monroe Experte Peter Schnug
Die beglaubigte Geburtsurkunde von Marilyn Monroe vom 1. Juni 1926, ausgestellt am 22. Juni 1997, aus der Privatsammlung von Peter Schnug. In der Urkunde ist ihr Name fälschlich als NORMA JEANE MORTENSON vermerkt. Ihre Mutter wird ausschließlich mit ihrem Mädchennamen als GLADYS MONROE aufgeführt. Als Vater ist der zweite Ehemann der Mutter fälschlich als EDWARD MORTENSON eingetragen. Tatsächlich lautete sein Name EDWARD MORTENSEN. Copyright © 2025, Peter Schnug
Am 6. Dezember 1926 wurde Marilyn Monroe von der evangelikalen Predigerin Aimee Semple McPherson im protestantischen Glauben auf den Namen NORMA JEANE BAKER getauft.
Mit diesem Vorhaben beabsichtigte ihre Großmutter, DELLA MAE MONROE geb. HOGAN, die Unehelichkeit des Kindes gezielt zu verschweigen, um weitere gesellschaftliche Nachteile für die bereits belastete Familie zu vermeiden.
Marilyn Monroe: Die einzigartige Sammlung von Peter Schnug, Filmhistoriker - Ausstellung Ausstellungssammlung Museum Interview Beratung Experte Biograph TV Radio - English speaking
Marilyn Monroe, am 1. Juni 1926 als NORMA JEANE MORTENSEN geboren. Dieses früheste bekannte professionelle Foto entstand nur wenige Wochen nach ihrer Geburt in Los Angeles. Laut Geburtsurkunde hieß Marilyn Monroe offiziell NORMA JEANE MORTENSON. Dieses Versehen in der Geburtsurkunde war weder Marilyn Monroe noch den zuständigen Behörden bekannt. Historisches Foto von 1926 aus der Privatsammlung von Peter Schnug. Copyright © 2025, Peter Schnug
Aimee Semple McPherson, geboren am 9. Oktober 1890 als Aimee Elizabeth Kennedy, ließ 1923 in Los Angeles mit großzügiger finanzieller Unterstützung den Angelus-Tempel errichten. Damit gründete sie die Foursquare Church, eine streng evangelikal geprägte Pfingstgemeinde. Während des Zweiten Weltkriegs gingen die Spenden für ihre Glaubensgemeinschaft deutlich zurück. Am 27. September 1944 starb Aimee McPherson an einer Überdosis Schlaftabletten.
In den ersten sieben Jahren wuchs Norma Jeane bei den streng religiösen Lutheranern Ida und Albert Wayne Bolender auf. Die Bolenders waren arme, evangelikale Leute und verdienten sich als anerkannte Pflegeeltern ein staatlich subventioniertes Zubrot. Sie wohnten in der gleichen Straße wie ihre Mutter.
Marilyn Monroes Mutter wurde am 27. Mai 1902 unter dem Namen GLADYS PEARL MONROE in Porfirio Díaz, heute Piedras Negras, in Mexiko als US-amerikanische Staatsbürgerin geboren.
Sie heiratete ihren ersten Ehemann, JOHN NEWTON BAKER (1892–1963), am 17. Mai 1917 in Los Angeles, kurz vor ihrem 15. Geburtstag.
John Baker war ein Handelsvertreter.
Am 11. Mai 1923 ließ sich Gladys aufgrund massiver häuslicher Gewalt wieder von John Baker scheiden.
Obwohl man Gladys das Sorgerecht zugesprochen hatte, zog John Baker nach der Scheidung mit den beiden gemeinsamen Kindern, BERNIECE und ROBERT, in die Nähe der Ostküste nach Kentucky zu seiner Mutter. Unter dem Einfluss seines Umfelds entfremdete er die Kinder dort zunehmend von ihrer Mutter.
Am 11. Oktober 1924 heiratete Gladys den Lutheraner und Missionar EDWARD MARTIN MORTENSEN (1897 - 1981), der bei der Prairie Oil & Gas Company als Gebührenableser arbeitete.
Die Prairie Oil & Gas Company, ein Tochterunternehmen der berüchtigten Standard Oil Company, war Teil jenes gigantischen Ölmonopols, das dem Großindustriellen und Milliardär John Davison Rockefeller gehörte. Diese Unternehmensgruppe galt als Inbegriff kapitalistischer Rücksichtslosigkeit und der wirtschaftlichen Machtkonzentration.
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Marilyn Monroe im Alter von 5 Jahren als NORMA JEANE MORTENSON. Historisches Foto von 1931 aus der Privatsammlung von Peter Schnug. Copyright © 2025, Peter Schnug
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Marilyn Monroes Vater, CHARLES STANLEY GIFFORD, im Alter von 27 Jahren. Historisches Foto von 1926 aus der Privatsammlung von Peter Schnug. Copyright © 2025, Peter Schnug
Im Jahr 1911 wurde die Standard Oil Company schließlich durch die vielbeachtete kartellrechtliche Entscheidung unter dem US-Präsidenten Theodore Roosevelt politisch zerschlagen.
Gladys erhoffte sich von der Heirat jedoch eine gewisse finanzielle Sicherheit.
Doch aufgrund seines Berufs und seiner Tätigkeit als Missionar war Edward Mortensen fast nie zu Hause in Los Angeles. Tatsächlich lebte Gladys nur sieben Monate mit ihm zusammen, bevor sie zu ihrer Freundin Grace McKee (1894 - 1953) zog. Erst am 15. August 1928 wurde Gladys von Edward Mortensen geschieden.
Marilyn Monroes Vater war CHARLES STANLEY GIFFORD, ein Arbeitskollege ihrer Mutter. Als er Weihnachten 1925 erfuhr, dass Gladys von ihm ein Kind erwartet, verließ er sie.
Seit dem 2. August 1919 war Charles Gifford mit Lillian Gifford, geb. Priester (1898 - 1978), verheiratet, mit der er zwei Kinder hatte. Im Jahr 1930 ging er eine zweite Ehe mit Mary Belle Gifford, geb. Seiwell (1911 - 1994), ein.
Trotz vieler Bemühungen hat Marilyn Monroe ihren Vater nie kennengelernt. Er verleugnete sie zeitlebens, auch später, als sie bereits ein Weltstar war. Zu dieser Zeit fürchtete er wegen seiner Familie den Medienrummel.
Charles Gifford wurde am 18. September 1898 in Newport, Rhode Island, geboren und starb im Alter von 66 Jahren am 27. Juni 1965 in Hemet, Riverside County, Kalifornien, an Herzinsuffizienz.
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Marilyn Monroes Mutter, GLADYS PEARL MONROE, im Alter von 15 Jahren. Historisches Foto von 1917 aus der Privatsammlung von Peter Schnug. Copyright © 2025, Peter Schnug
Ab Mitte 1933 zeigte Gladys erste Anzeichen mentaler Labilität, die durch ihre Nähe zur Glaubensgemeinschaft der Christlichen Wissenschaft verstärkt wurde. Die Christlichen Wissenschaft gilt als streng evangelikal geprägt und ist bis heute in den USA weit verbreitet. 1935 wurde bei Gladys eine stark ausgeprägte Schizophrenie diagnostiziert, die sich in religiösen Wahnvorstellungen äußerte.
Schon ihre Mutter, Della Mae Monroe, litt an manisch depressiven Psychosen und affektiven Störungen. Sie wurde am 1. Juni 1880 in Mexico, Audrain County, Missouri, geboren. Am 23. August 1927 starb sie im Alter von 47 Jahren in Los Angeles nach einem Nervenzusammenbruch an einem Herzinfarkt.
Auch ihr Vater, OTIS ELMER MONROE, war gesundheitlich schwer belastet. Er wurde am 14. Mai 1866 in Marion County (Indianapolis), Indiana geboren und starb bereits am 22. Januar 1909 in Los Angeles. Im Alter von 42 Jahren erlag er den neurologischen Spätfolgen der Syphilis.
TILFORD MARION HOGAN, der Großvater von Gladys, wurde am 24. Februar 1851 in Adams County, Illinois geboren. Am 29. Mai 1933 erhängte er sich im Alter von 82 Jahren aufgrund finanzieller Not während der Großen Wirtschaftlichen Depression in Laclede, Linn County, Missouri.
Im Jahr 1935 erhielt Norma Jeane einen Vormund, Grace McKee, die Freundin ihrer Mutter. Zunächst lebte das neun Jahre alte Mädchen kurzfristig bei der Pflegefamilie Giffen. Doch noch im selben Jahr schickte das Jugendamt sie von Juni 1935 bis April 1936 in das staatliche Waisenhaus von Los Angeles. Erst 1936 wurde Grace McKee offiziell zu ihrem gesetzlichen Vormund bestellt.
Mit 11 Jahren kam Norma Jeane bei der Tante von Grace McKee unter. Ana Lower war eine ältere, alleinstehende Frau und konnte bis 1942 nur zeitweise für das Kind sorgen. So lebte Norma Jeane zu dieser Zeit entweder bei Ana Lower oder bei ihrem Vormund Grace Mc Kee.
Später erinnerte sich Marilyn Monroe an Tante Ana. Sie sei die einzige Person gewesen, die ihr gezeigt habe, was Liebe bedeutet. Ana Lower starb 1948.
Von November 1937 bis August 1938 wohnte Norma Jeane auch bei IDA MARTIN, der Schwiegermutter ihres 1929 verschwundenen Onkels MARION OTIS ELMER MONROE, der an paranoider Schizophrenie litt. Er wurde 1955 für tot erklärt.
Norma Jeane verließ die Familie ihres Onkels, nachdem ihr 13 Jahre alter Cousin JOHN OTIS ELMER MONROE das 12 Jahre alte Mädchen sexuell belästigt hatte. Über diese Erfahrung berichtete Marilyn Monroe später öfter. Von den Medien wird das bis heute übertrieben kolportiert.
Marilyn Monroe verbrachte im Alter von neun Jahren aufgrund der damaligen Situation knapp neun Monate im staatlichen Waisenhaus von Los Angeles. Das steht entgegen der weit verbreiteten Annahme, sie sei während ihrer Kindheit und frühen Jugend in mehreren Waisenhäusern untergebracht gewesen. Zudem lebte sie bei den Pflegefamilien, wie hier angegeben. Diese Erfahrungen waren für sie in jungen Jahren traumatisch genug. Besonders, weil man ihr die Gründe dafür verschwieg. Ihre Kindheit war in den 1930er Jahren zudem von der in den USA vorherrschenden Großen Wirtschaftlichen Depression geprägt. Das änderte sich erst allmählich ab dem 1. September 1939 zu Beginn des Zweiten Weltkriegs bzw. nachdem die USA am 7. Dezember 1941 in diesen eintraten.
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Foto von Maier Studios, Los Angeles, vom 12. September 1945 mit dem 19 Jahre alten Fotomodel Norma Jeane Dougherty aus der Privatsammlung von Peter Schnug. Copyright © 2025, Peter Schnug
Am 19. Juni 1942 verheiratete Grace McKee die gerade 16-jährige Norma Jeane mit dem fünf Jahre älteren Nachbarsjungen James Edward Dougherty. Und das kurz bevor sie ihren Schulabschluss (Realschulabschluss) erreichen konnte. Wegen des Zweiten Weltkrieg wurde James Dougherty kurz nach der Heirat zur Marine eingezogen. Am 13. September 1946 ließ sich Marilyn Monroe von ihm scheiden.
James Dougherty wurde am 12. April 1921 in Los Angeles, Kalifornien geboren und starb im Alter von 84 Jahren am 15. August 2005 in San Rafael, Kalifornien an Leukämie.
Marilyn Monroe wurde als Teenager nicht, wie oft behauptet, von Männern aus ihrem damaligen Umfeld vergewaltigt. Ihr Ehemann James Dougherty sagte später, seine 16-jährige Ehefrau Norma Jeane sei eine unberührte, schüchterne Jungfrau gewesen.
Zu dieser Zeit erfuhr Norma Jeane, dass sie eine Halbschwester aus der ersten Ehe ihrer Mutter mit John Baker hatte. Ihr Halbbruder Robert war bereits 1933 an der Tuberkulose gestorben. Ihre Halbschwester Berniece lebte in Kentucky. 1944 trafen sich die beiden Schwestern zum ersten Mal. Berniece war zu diesem Zeitpunkt bereits verheiratet und hatte eine Tochter. Marilyn Monroe pflegte nur sporadischen Kontakt zu ihrer Halbschwester, da deren Ehemann, Paris Miracle, Marilyn Monroe aus streng religiösen Gründen ablehnte.
Berniece Miracle, geb. Baker, wurde am 30. Juli 1919 in Venice, Kalifornien, geboren und starb im Alter von 94 Jahren am 25. Mai 2014 in Asheville, North Carolina, an Altersschwäche.
Im September 1944 wurde Norma Jeane an ihrem Arbeitsplatz in einer Rüstungsfabrik als Fotomodell entdeckt. Nach dem Besuch einer Mannequinschule erhielt sie 1946 ihren ersten Filmvertrag bei der 20th Century Fox. Sie glättete ihre extreme Haarkrause, färbte ihre brünetten Haare blond und nahm den Künstlernamen Marilyn Monroe an. „Marilyn“ bezieht sich auf den Broadway- und Musicalstar Marilyn Miller, während „Monroe“ vom Familiennamen ihrer Mutter stammt.
Marilyn Monroes Mutter war ein großer Fan von Marilyn Miller, die in den 1920er- und 1930er-Jahren enorme nationale Popularität in den USA genoss. Marilyn Miller starb 1936 an einer chronischen Infektion der Nasennebenhöhlen. Sie wurde nur 37 Jahre alt.
Marilyn Monroe beschrieb später die Jahre ihrer Kindheit und Jugend bis zu ihrer Scheidung von James Dougherty als äußerst armselig, benachteiligt durch einengende, weltfremde, religiös-evangelikale Vorstellungen und geprägt von lähmender Langeweile.
Jung und talentiert erregte Marilyn Monroe Ende der 1940er Jahre mit kleinen Filmrollen einiges Aufsehen. Ab 1950 war sie in den USA als Fotomodell und Filmschauspielerin bekannt. Mit einem ästhetisch gestalteten Aktfoto aus dem Jahr 1949 provozierte sie drei Jahre später einen weltweiten Skandal und machte damit ihren Sexappeal weltberühmt.
1952 formte sie ihr endgültiges Image als Marilyn Monroe und erhielt von der 20th Century Fox ihre erste zentrale Hauptrolle in dem Film NIAGARA (1953). Mit diesem Film wurde sie unmittelbar zum Weltstar. In den folgenden Jahren festigte sie ihren Weltruhm mit Filmen wie BLONDINEN BEVORZUGT (1953), WIE ANGELT MAN SICH EINEN MILLIONÄR? (1953), FLUSS OHNE WIEDERKEHR (1954), RHYTHMUS IM BLUT (1954) und DAS VERFLIXTE 7. JAHR (1955).
Gleichzeitig war 1952 das Jahr, in dem sich Marilyn Monroe endgültig von ihrer Vergangenheit trennte und zudem den Kontakt zu ihrer psychisch erkrankten Mutter unwiderruflich abbrach. Wegen ihrer Schizophrenie hatte Gladys ihre Tochter in den letzten Jahren wiederholt in schikanösen Briefen hemmungslos beleidigt. 1949 ging Gladys eine Ehe mit dem Heiratsschwindler John Stewart Eley ein, der bereits 1952 verstarb. Eley versuchte mehrfach, Marilyn Monroe wegen ihrer wahren Herkunft zu erpressen. Noch im selben Jahr besorgte Marilyn Monroe für ihre Mutter einen Vormund und sicherte sie finanziell bis weit über ihren Tod hinaus ab.
Bis auf wenige Ausnahmen lebte Gladys seit der 1935 diagnostizierten Schizophrenie in verschiedenen Sanatorien. Wegen dieser chronischen Erkrankung war ihr nie bewusst, wer ihre weltberühmte Tochter war. Ab 1960 entwickelte sich bei ihr zusätzlich eine schleichende Demenz. Sie starb im Alter von 81 Jahren als Gladys Eley am 11. März 1984 in Gainesville, Florida, an einem Herzinfarkt.
Marilyn Monroes ehemaliger Vormund Grace McKee war seit 1935 mit Ervin Silliman Goddard verheiratet. Grace war eine starke Alkoholikerin und deswegen 1953 an Krebs erkrankt. Sie nahm sich stark alkoholisiert noch im selben Jahr mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben. In Marilyn Monroes Kindheit war deren Stieftochter Eleanor für Norma Jeane zeitweise eine Freundin. Grace hatte kein eigenes Kind.
Original Autografen von Marilyn Monroe aus der Privatsammlung von Peter Schnug. Fotos von Frank Powolny, Los Angeles, 1952 und 1953. Copyright © 2025, Peter Schnug
Nach fast zweieinhalb Jahren Freundschaft heirateten Marilyn Monroe und der katholische, ehemalige Baseballstar Joe DiMaggio am 14. Januar 1954. Joe DiMaggio war aufgrund der Scheidung von seiner ersten Ehefrau seit 1944 von der katholischen Kirche exkommuniziert worden, weshalb die Ehe mit Marilyn Monroe standesamtlich in San Francisco geschlossen wurde. Die Ehe wurde am 31. Oktober 1954 wieder geschieden.
Joe DiMaggio wurde am 25. November 1914 in Martinez, Kalifornien, als Giuseppe Paolo Di Maggio Jr. geboren und starb im Alter von 85 Jahren am 8. März 1999 in Hollywood, Florida, an Lungenkrebs. Im Gegensatz zu anderen sprach Joe DiMaggio nie über seine Ehe mit Marilyn Monroe. Er heiratete nie wieder.
Am 29. Juni 1956 heiratete Marilyn Monroe den preisgekrönten jüdischen Dramatiker Arthur Miller in Connecticut. Beide kannten sich seit Januar 1951. Sie konvertierte zum Judentum und nahm dafür Unterricht bei einem Rabbiner. Schon am 12. März 1956 ließ sie ihren Namen von Norma Jeane Mortenson in Marilyn Monroe gesetzlich ändern. Zu dieser Zeit hieß sie dann Marilyn Miller, wie der ehemalige Broadway- und Musicalstar. Die Ehe mit Arthur Miller endete am 20. Januar 1961. Für ihn war es die zweite Ehe.
Arthur Miller wurde am 17. Oktober 1915 in New York City, New York, geboren und starb im Alter von 90 Jahren am 10. Februar 2005 in Roxbury, Connecticut an Blasenkrebs und Herzinsuffizienz.
Marilyn Monroe war sehr familiär und liebte die großen Familien ihrer letzten zwei Ehemänner. Zu manchen Familienmitgliedern pflegte sie nach den Scheidungen weiterhin herzlichen Kontakt. Im Februar 1961 nahm sie wieder Kontakt zu Joe DiMaggio auf.
Zeitzeugen berichteten, dass die privaten Moralvorstellungen von Marilyn Monroe konservativ waren. Beide Ehen blieben aufgrund eines Frauenleidens kinderlos. Marilyn Monroe litt seit ihrer Jugend an einer chronischen, schmerzhaften und ausgeprägten Endometriose, weshalb sie in ihrem Leben mehrere gynäkologische Eingriffe hatte. Ihr größter Wunsch war es, ein eigenes Kind zu bekommen. Doch dieser Wunsch erfüllte sich nicht. Ihre kurzen drei Schwangerschaften endeten jeweils mit einer Fehlgeburt. Auch eine ihr verschriebene Hormontherapie von 1957 bis 1960 konnte keine erfolgreiche Schwangerschaft herbeiführen. Ihre Stiefkinder und die Kinder wirklich guter Freunde beschrieben sie als ausgesprochen kinderlieb.
Ende 1954 verließ Marilyn Monroe Hollywood, um am renommierten Actors Studio in New York das Method Acting nach Konstantin Sergejewitsch Stanislawski zu erlernen. Anfang 1955 gründete sie ihre eigene Filmgesellschaft, die „Marilyn Monroe Productions Incorporated“, und erlangte damit gegenüber der 20th Century Fox größere Mitspracherechte bei der Auswahl und Produktion ihrer zukünftigen Filme.
Auf den Chefetagen der Filmgesellschaften in Hollywood sorgte es für einen Skandal, dass eine Frau wie Marilyn Monroe eine eigene Filmgesellschaft gegründet hatte. Zu dieser Zeit war das in Hollywood eine absolute Seltenheit. Marilyn Monroes Kampf gegen die männliche Dominanz in Hollywood wurde zu einem internationalen Ereignis.
In den folgenden Jahren etablierte sich Marilyn Monroe als erfolgreiche Geschäftsfrau und festigte ihren Status als Weltstar durch die bedeutenden Filme BUS STOP (1956), DER PRINZ UND DIE TÄNZERIN (1957), MANCHE MÖGEN'S HEISS (1959), MACHEN WIR'S IN LIEBE (1960) und NICHT GESELLSCHAFTSFÄHIG (1961).
Für den 1956 in London realisierten Film DER PRINZ UND DIE TÄNZERIN war sie die Filmproduzentin in eigener Verantwortung. Anteilig produzierte sie zuvor zusammen mit der 20th Century Fox den Film BUS STOP.
Alle Filme mit Marilyn Monroe ab 1952 gingen in die Filmgeschichte ein und wurden honoriert oder ausgezeichnet. Ihr letzter Film SOMETHING'S GOT TO GIVE (1962) blieb wegen ihres plötzlichen Todes unvollendet. Trotz finanzieller Turbulenzen bei der 20th Century Fox sollte der Film noch im Jahr 1962 fertiggestellt werden. Marilyn Monroe galt als wichtiger Garant für den wirtschaftlichen Erfolg der 20th Century Fox.
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Marilyn Monroe am 23. April 1962. Foto von dem Kostüm- und Make-up-Test für den Film SOMETHING'S GOT TO GIVE aus der Privatsammlung von Peter Schnug. Copyright © 2025, Peter Schnug
Ab Mitte der 1950er Jahre befand sich Marilyn Monroe in einer persönlichen Krise, weshalb sie psychoanalytische, ärztlich begleitete Gespräche nach der zu ihrer Zeit in den USA weit verbreiteten Lehre Sigmund Freuds aufnahm. Aufgrund ihrer schwierigen familiären Herkunft entwickelte sie Ängste, selbst an einem Nervenleiden zu erkranken, was ihr den Schlaf raubte.
Es wurden bei ihr reaktive depressive Episoden diagnostiziert. Diese wurden auf eine verzögerte, posttraumatische Belastungsstörung zurückgeführt, ausgelöst durch psychisch stark belastende Erfahrungen in der Kindheit und Jugend.
Dabei bezog sich Marilyn Monroe ausdrücklich auf den weiblichen Ödipuskomplex. In der psychoanalytischen Theorie hatte sich das Konzept dazu inzwischen weiterentwickelt.
Sigmund Freud hatte den Ödipuskomplex zu Beginn des 20. Jahrhunderts als zentrales Konzept seiner Psychoanalyse etabliert, ursprünglich jedoch ausschließlich aus einer männlichen Perspektive.
Freud benannte den Ödipuskomplex nach der Gestalt des Ödipus aus der griechischen Tragödie „König Ödipus“ von Sophokles aus Kolonos, in welcher der Protagonist unwissentlich seinen Vater tötet und seine Mutter heiratet.
Er interpretierte die griechische Tragödie als Ausdruck unbewusster Wünsche des Jungen, die Mutter zu begehren und den Vater als Rivalen zu verdrängen. Diese Deutung entwickelte Sigmund Freud ausschließlich aus der Perspektive männlicher Kleinkinder, die unbewusst gegen den Vater opponieren, um die Liebe der Mutter zu gewinnen.
Erst in einem späteren Stadium wurden weibliche Entwicklungsprozesse in die psychoanalytische Theorie integriert, wenngleich Freuds ursprüngliche Analyse auf die männliche Perspektive fokussiert blieb.
Diese eindimensionale Sichtweise rief ab den frühen 1950er-Jahren feministische Kritik hervor und bildete den Ausgangspunkt für tiefgreifende intellektuelle und theoretische Weiterentwicklungen durch Psychoanalytikerinnen.
Dabei wurde insbesondere hervorgehoben, dass auch Mädchen bereits im Kleinkindalter lernen, sich gegen die Mutter zu positionieren, um verstärkt Zuneigung und Aufmerksamkeit vom Vater zu erlangen.
Marilyn Monroe, als Halbwaise und aufgrund der psychischen Erkrankung ihrer Mutter, passte in reiner Form in das Konzept des weiblichen Ödipuskomplexes, da sie als Jugendliche keine Möglichkeit hatte, diesen Komplex zu überwinden.
Heute gelten die Theorien des Ödipuskomplexes als überholt und beziehen sich hauptsächlich auf den westlichen Kulturraum. Sie spiegeln oft eine enge Sichtweise auf Geschlechterrollen und Familienstrukturen wider. Dennoch bleibt der Ödipuskomplex auch heute ein fester Bestandteil der Psychoanalyse.
Marilyn Monroe setzte sich ernsthaft mit der Psychoanalyse auseinander und gilt heute als eine der bekanntesten Anhängerinnen Sigmund Freuds.
Ihre intensive Beschäftigung mit dessen Lehre wurde intellektuell von ihrem Rabbiner begleitet, der sie auch spirituell prägte. Marilyn Monroe verstand sich selbst als überzeugte, orthodoxe Freudianerin.
Während der Dreharbeiten zu dem Film DER PRINZ UND DIE TÄNZERIN war es Marilyn Monroe ein tiefes persönliches Anliegen, Anna Freud, die Tochter des Begründers der Psychoanalyse, persönlich zu begegnen.
Im Londoner Haus der Freuds kam es schließlich im Oktober 1956 zu einer verabredeten Teestunde, bei der Anna Freud ihre berühmte Gesprächspartnerin auf geradezu naive Weise mithilfe eines Murmelspiels psychologisch einzuschätzen versuchte. Anna Freud war eine renommierte Kinderpsychologin und Pionierin der Kinderpsychoanalyse.
Das Haus, in das Sigmund Freud 1938 als von den Nationalsozialisten verfolgter Jude aus Wien nach London flüchtete, war von einer ehrwürdigen und zugleich intimen Atmosphäre durchdrungen.
Dort verstarb der weltberühmte Psychoanalytiker 1939 im Alter von 83 Jahren an den Folgen einer selbst verabreichten Überdosis Morphium, die er sich aufgrund eines fortgeschrittenen Gaumenkrebses zuführte.
Marilyn Monroe verband mit diesem Ort eine besondere Aura des psychoanalytischen Erbes und der geistigen Auseinandersetzung mit Freuds intellektuellen Konzepten, die er ab 1896 in Wien entwickelte und erstmals veröffentlichte.
Trotz ihres intensiven Interesses an der Psychoanalyse fand Marilyn Monroe keinen Psychoanalytiker, der ihren Ansprüchen und der Komplexität ihrer Persönlichkeit gerecht wurde. Die medizinisch ausgebildeten und studierten Analytiker, bei denen sie ihre Sitzungen absolvierte, führten sie häufig in eine für sie belastende und kontraproduktive Lebensrichtung. Dieses Spannungsverhältnis stand im Widerspruch zu der Schauspieltechnik, die sie am Actors Studio in New York erlernt hatte, dem Method Acting. Zentral bei dieser Methode ist das bewusste Zurückgreifen auf eigene Lebenserfahrungen, um gespielten Szenen Authentizität und emotionale Tiefe zu verleihen. Für Marilyn Monroe bedeutete das, ihre inneren Konflikte und Verletzungen immer wieder zu reproduzieren, ohne dass es ihr gelang, diese Belastungen mithilfe ihrer psychoanalytischen Begleitung nachhaltig zu verarbeiten.
Im heutigen Sprachgebrauch würde man Marilyn Monroe zudem als neurodivers bezeichnen. Tatsächlich war sie Legasthenikerin und litt in ihrer Kindheit und Jugend zeitweise unter Stottern. In ihrer späteren Karriere trat das Stottern nur noch in Momenten der Verunsicherung auf. Besonders deutlich zeigte sich das bei Dreharbeiten mit Regisseuren, mit denen keine wirkliche Verständigung möglich war. Das war besonders dann der Fall, wenn Regisseure das Method Acting verachteten.
Neurodiversität findet sich häufig bei Persönlichkeiten, die bedeutende gesellschaftliche, politische, wissenschaftliche und kulturelle Veränderungen angestoßen haben. In der neueren Geschichte gehören dazu unter anderem Kaiserin Elisabeth von Österreich, Thomas Edison, Albert Einstein, Winston Churchill und Agatha Christie, die jeweils neurodiverse Merkmale aufwiesen. Ihre individuellen kognitiven Besonderheiten spielten eine wesentliche Rolle in ihrem kreativen, strategischen und unkonventionellen Denken.
Bemerkenswert ist auch, dass Marilyn Monroe Linkshänderin war. Eine Eigenschaft, die sie mit vielen kreativen Persönlichkeiten teilt. Zu ihnen zählen unter anderem Leonardo da Vinci, Ludwig van Beethoven, Mark Twain, Pablo Picasso, Virginia Woolf und Paul McCartney.
Ein nachlässiger ärztlicher Kunstfehler, verursacht durch ein unachtsam privat ausgehändigtes Schlafmittel, beendete am frühen Sonntagmorgen, dem 5. August 1962, das Leben von Marilyn Monroe. Sie wurde nur 36 Jahre alt und war laut der Autopsie eine gesunde, junge Frau. In ihrem Blut wurde eine Überdosis des sehr starken und hochgiftigen Schlafmittels Pentobarbital nachgewiesen. Obwohl Marilyn Monroe Erfahrung mit den ihr vertrauten Schlafmitteln hatte, gehörte das Pentobarbital nicht dazu.
Marilyn Monroe verstarb in ihrem Haus im Stadtteil Brentwood von Los Angeles. Nach einem telefonischen Notruf der Haushälterin um 03:30 Uhr und einem weiteren Anruf um 03:35 Uhr wurde ihr Leichnam um 03:40 Uhr von ihrem Psychoanalytiker aufgefunden. Er lag im Bett, war noch warm und wies keine Anzeichen von Totenstarre auf. Marilyn Monroe hielt einen Telefonhörer in der Hand, was später als möglicher letzter Hilferuf gedeutet wurde. Der Hörer konnte leicht entnommen werden, da die Leichenstarre noch nicht eingesetzt hatte. Diese beginnt, abhängig von der Raumtemperatur, in der Regel etwa zwei Stunden nach Eintritt des Todes. Der hinzugezogene Hausarzt stellte um 03:50 Uhr offiziell den Tod fest.
Nach der ersten ärztlichen Untersuchung des Leichnams wurde angenommen, Marilyn Monroe sei friedlich eingeschlafen. Die behandelnden Ärzte gingen von einem Todeszeitpunkt zwischen 01:00 Uhr und 02:00 Uhr aus..
Um 04:25 Uhr wurde die Polizei telefonisch benachrichtigt. Die hier genannten Uhrzeiten basieren auf dem offiziellen Polizeibericht vom Montag, den 6. August 1962, 16:15 Uhr.
Gegen 05:00 Uhr wurde Marilyn Monroes Leichnam unter Geheimhaltung ihres Todes in die Leichenhalle von Westwood in Los Angeles überführt. Um 09:00 Uhr erfolgte der Transport zur Gerichtsmedizin, der bereits von der Presse begleitet wurde. Die von der Staatsanwaltschaft angeordnete Autopsie begann um 09:30 Uhr und war gegen 10:30 Uhr abgeschlossen. Es wurden polizeiliche Fotos des noch unpräparierten Leichnams angefertigt.
Die Untersuchungsergebnisse der entnommenen Proben lagen am Montag, den 6. August 1962, um 08:00 Uhr vor. In ihrem Blut und ihrer Leber wurde eine hohe Konzentration von Pentobarbital und Chloralhydrat festgestellt. Die Todesursache war die Vergiftung durch Pentobarbital. Die hohe Konzentration von Chloralhydrat wurde dabei als weniger relevant eingestuft, da sich dieses Schlafmittel aufgrund seiner Halbwertzeit bereits im Körper angereichert hatte.
In der Sterbeurkunde wurde der 5. August 1962 als Todestag eingetragen. Als Todesursache wurde „Akute Barbituratvergiftung infolge einer Überdosis“ angegeben.
Marilyn Monroe war körperlich abhängig von verschreibungspflichtigen Schlafmitteln. Sie war nicht süchtig nach illegalen, harten Drogen und auch keine Alkoholikerin, wie oft behauptet wird. Das wurde durch die Autopsie ausgeschlossen.
Nach der Autopsie blieb der Leichnam bis zur Freigabe an das Bestattungsinstitut am frühen Mittwochmorgen, dem 8. August 1962, in der offiziellen Leichenhalle des Stadtbezirks Westwood aufbewahrt.
Am Freitag, den 17. August 1962, verkündete eine in Los Angeles überstürzt einberufene Kommission von Psychiatern in einer gleichgültig abgehaltenen Pressekonferenz, dass der Tod von Marilyn Monroe „wahrscheinlich Suizid“ war. Aufgrund ihrer jahrelangen Erfahrung mit Schlafmitteln und der Psychoanalyse habe sie absichtlich eine Überdosis eingenommen.
Die Tatsache, dass Marilyn Monroe durch das unachtsam privat ausgehändigte, sehr starke und hochgiftige Schlafmittel Pentobarbital gestorben war, wurde von ihren Ärzten bis zu deren Lebensende verschwiegen und vertuscht. Erst nach deren Tod wurde das durch wiederaufgefundene Akten, wie z. B. Rezeptquittungen und Arztrechnungen, aufgeklärt.
Marilyn Monroe litt unter der nachlassenden Wirkung der Schlafmittel, die sie seit etwa zweieinhalb Jahren einnahm. Zum Zeitpunkt ihres Todes war ihr seit Monaten das mittelstark wirkende Schlafmittel Chloralhydrat verschrieben worden, das auch heute noch gelegentlich zur kurzfristigen Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt wird. Eine tödliche Wirkung entfaltet Chloralhydrat jedoch nur bei extremer Überdosierung. Selbst im Fall einer Überdosierung mit diesem Schlafmittel besteht die Möglichkeit, dass der Patient wieder aufwacht, wobei es infolge von Sauerstoffmangel zu irreversiblen Hirnschäden kommen kann. Dieses Risiko war Marilyn Monroe bekannt. Zusätzlich wurde ihr das sedierend wirkende Antiallergikum Promethazin verordnet, um das Einschlafen zu erleichtern. Promethazin wirkt zugleich als Antihistaminikum gegen Übelkeit, die bei zu hoher medikamentöser Dosierung auftreten kann.
Bei Marilyn Monroe kann die Kombination von Chloralhydrat und Promethazin als Vormedikation für die letztendliche, tödliche Vergiftung mit Pentobarbital genannt werden.
Im Frühjahr 1961 entschloss sich Marilyn Monroe, mit professioneller Hilfe in New York erfolgreich gegen ihre Abhängigkeit vorzugehen. In Hollywood wurde der Erfolg ihrer Behandlung durch ihre Ärzte nicht anerkannt.
1962 waren bereits verscheibungspflichtige Arzneimittel lange auf dem Markt, welche als Schlafmittel keinen Wirkungsverlust verursachen und nicht zu einer körperlichen Abhängigkeit führen. Dazu gehört z. B. das trizyklische Antidepressivum Amitriptylin, welches noch heute zur Behandlung auch ihrer psychischen Beschwerden eingesetzt wird.
Pentobarbital (Handelsname in den USA: Nembutal) wurde im Verlauf der 1960er-Jahre schrittweise als Schlafmittel vom Markt genommen. Heute findet es in der Humanmedizin ausschließlich im Rahmen der umstrittenen Sterbehilfe Anwendung. So etwa in der Schweiz, wo unheilbar todkranken Patienten, die jahrelang leiden, auf eigenen Wunsch eine tödliche Dosis gereicht wird.
In den USA wurde Pentobarbital zeitweise bei medizinisch durchgeführten Hinrichtungen im Rahmen der Todesstrafe eingesetzt. Der Wirkstoff wird nur noch in Dänemark produziert und darf in die USA aufgrund der europäischen Menschenrechtskonvention nicht mehr exportiert werden. Auch für die möglichst schonende Einschläferung von Tieren zur Vermeidung unnötiger Leiden ist die Verwendung von Pentobarbital in den USA nicht mehr zulässig.
Am Montag, dem 6. August 1962, schockierten die Schlagzeilen und Nachrichten über den Tod von Marilyn Monroe die Welt. Sie wurde von Millionen von Menschen geliebt, was bis heute anhält.
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Das seltene und bisher unveröffentlichte Originalfoto der aufgebahrten Marilyn Monroe aus der Privatsammlung von Peter Schnug. Westwood Memorial Park, Los Angeles, 8. August 1962. Das historische Foto wurde aus verständlichen Gründen unscharf maskiert. Es dokumentiert eine natürliche und bescheidene Aufbahrung mit einem schlichten Make-up, das von dem beauftragten Bestattungsinstitut aufgetragen wurde. Das Foto wurde von der 20th Century Fox aufgenommen. Copyright © 2025, Peter Schnug
Die privat gehaltene, ökumenische Trauerfeier mit einer friedvollen Aufbahrung fand am Mittwoch, dem 8. August 1962, in der Kapelle des Westwood Memorial Park in Los Angeles statt. Marilyn Monroe wurde anschließend auf dem Friedhof in einer Sargwandnische beigesetzt.
Ökumenische Trauerfeier für Marilyn Monroe am Mittwoch, dem 8. August 1962 in der Kapelle auf dem Westwood Memorial Park in Los Angeles.

Gebete, Predigt und Gedenkworte gehalten von Reverend Dr. Adolph John Soldan.

Das private, bisher unveröffentlichte Tondokument liegt in voller Länge von 14:49 Minuten vor.

Copyright © 2025, Privatsammlung Peter Schnug

Fortan entwickelte sich der Westwood Memorial Park zu einem Prominentenfriedhof in Hollywood.
Film- und Fotomaterial aus der Privatsammlung von Peter Schnug. Copyright © 2025, Peter Schnug
Seit dem 50. Todestag von Marilyn Monroe im Jahr 2012 wird ihre Grabplatte zunehmend respektlos, vor allem mit Lippenstift, beschmiert.
Da nahezu alle Zeitzeugen Marilyn Monroes inzwischen hochbetagt oder bereits verstorben sind, gestalten sich jährlichen Gedenkveranstaltungen in der Kapelle des Westwood Memorial Park zunehmend zu einer Farce.
Im Gegensatz zu vielen Behauptungen verfügte Marilyn Monroe nicht über ein großes privates Vermögen als Hollywoodstar.
Sie war eine respektable Geschäftsfrau und erfolgreich als Filmschauspielerin, Fotomodell und gelegentlich als Sängerin. Als Filmproduzentin musste sie ihre Einnahmen langfristig einplanen.
Erst im November 1962 und insbesondere im Juni 1963 sollte sich für sie eine wesentliche finanzielle Besserung abzeichnen.
Zum Zeitpunkt ihres Todes waren zahlreiche Zahlungen noch ausstehend. Dazu gehörten Honorare für ihre heute weltberühmten letzten drei Fotositzungen. Ebenfalls offen waren Zahlungen für ein autorisiertes Interview für die Zeitschrift Life vom 3. August 1962 sowie für die äußerst neumodische Fotoserie mit begleitendem Artikel in der Fashionzeitschrift Vogue vom 1. September 1962.
Weiterhin warteten vertraglich vereinbarte Beteiligungen an den Einspielergebnissen für den Film MANCHE MÖGEN’S HEISS sowie Honorarnachzahlungen für den Film NICHT GESELLSCHAFTSFÄHIG.
Insgesamt waren bis Anfang August 1962 daraus erwartete Einnahmen nicht auf das Geschäftskonto der „Marilyn Monroe Productions Incorporated“ eingegangen.
Und schließlich stand noch das Honorar aus, das Marilyn Monroe für die am Montag, den 30. Juli 1962 mit ihr vertraglich vereinbarte Fertigstellung der Filmkomödie Something’s Got to Give bis Ende Oktober 1962 zustand. Dementsprechend sollte der ursprüngliche Regisseur George Cukor durch Jean Negulesco ersetzt werden. Gleichzeitig war eine Überarbeitung des Drehbuchs durch den Autor Nunnally Johnson vorgesehen. Jean Negulesco und Nunnally Johnson waren Marilyn Monroe seit ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit im Jahr 1953 beruflich vertraut.
Im Sommer 1962 überstiegen die Ausgaben von Marilyn Monroe ihre laufenden Einnahmen. Sie starb mit einem Dispositionskredit in Höhe von etwa 4.000 US-Dollar. Hinzu kam eine Hypothek von rund 37.500 US-Dollar auf ihre im Januar 1962 erworbene kleine mexikanische Hacienda in Brentwood. Sie hatte das Haus schrittweise als erstes eigenes Domizil im April 1962 bezogen. Noch Anfang August 1962 fehlten lange zuvor in Mexiko bestellte Möbel, darunter auch Teile ihres Schlafzimmers. Der Gesamtpreis für das noch nicht vollständig renovierten Hauses betrug 75.000 US-Dollar.
Erst nach ihrem Tod konnten ausstehende Honorare durch ihren Anwalt und Nachlassverwalter eingefordert und gesichert werden. Interessanterweise war ihr Anwalt zugleich der Schwager ihres Psychoanalytikers. Im März 1963 wurde das Haus in Brentwood durch ihren Nachlassverwalter verkauft.
Marilyn Monroes Anteile an den Einspielergebnissen des Films MANCHE MÖGEN’S HEIß waren zuvor von den Produzenten zurückgekauft worden, ein Geschäft, das diese zu Millionären machte. Zu den Begünstigten gehörte auch der Regisseur des Films, Billy Wilder, der zugleich als einer ihrer schärfsten Kritiker galt. Seine sarkastischen Bemerkungen über Marilyn Monroe fanden nach ihrem Tod weltweit Beachtung.
Am 30. Juli 1962 schloss Marilyn Monroe auch einen Vertrag mit der 20th Century Fox über drei weitere, eher unterhaltende Filmproduktionen mit hohen Gagen ab, die bis 1965 umgesetzt werden sollten. In diesem Jahr wäre sie 39 Jahre alt geworden. Bis dahin plante sie vor allem, ihre Arbeit als Filmproduzentin weiter auszubauen. Ihr besonderes Interesse galt dem neuen mexikanischen Kino, das unter dem Einfluss der Nouvelle Vague an Eigenständigkeit und künstlerischer Tiefe gewann. Eine wichtige Rolle spielte dabei ihre Freundschaft mit dem Regisseur Luis Buñuel, mit dem sie sich intensiv intellektuell austauschte. 1962 reiste sie mehrfach nach Mexiko, um sich diesem neuen Kapitel ihres künstlerischen Lebens zu widmen.
Die US-Sendung CBS NEWS EYEWITNESS - MARILYN MONROE WHY? wurde nur fünf Tage nach dem Tod von Marilyn Monroe, am Freitag, dem 10. August 1962, ausgestrahlt und gilt heute als verschollen.
In der kurzfristig produzierten Fernsehsendung äußern sich mehrere Zeitzeugen offen und ehrlich über Marilyn Monroe. Zugleich wird betont, dass sie bereits zu Lebzeiten als Legende galt und ihr außergewöhnlicher Status auch künftig Bestand haben werde. Ihre Persönlichkeit und die Zeit, in der sie lebte, werden darin eindrücklich beschrieben.
Zu den Befragten zählen Marilyn Monroes erste Fotomodellagentin Emmeline Snively, die Filmschauspielerin Kim Novak, der Schauspiellehrer Lee Strasberg, die Regisseure Jean Negulesco und George Cukor sowie der Schriftsteller Clifford Odets.
Marilyn Monroe: Die einzigartige Sammlung von Peter Schnug, Filmhistoriker - Ausstellung Museum Interview Beratung Experte Biograf TV Radio - English speaking
Der Schauspieler Peter Lawford, Schwager von Präsident John F. Kennedy, begrüßt Marilyn Monroe bei der Spendenveranstaltung der Demokratischen Partei am 19. Mai 1962 im Madison Square Garden in New York. Die Veranstaltung wurde als Geburtstagsfeier für den Präsidenten organisiert, der am 29. Mai 1917 geboren wurde. Marilyn Monroe sang an diesem Abend das heute berühmte „Happy Birthday“. Bereits am 19. März 1962 wurde sie vom Weißen Haus brieflich zu diesem Auftritt eingeladen, was sie als große Ehre empfand. Entgegen späterer Behauptungen wurde die Veranstaltung seinerzeit nicht im Fernsehen live übertragen. Historisches Pressefoto von Johannes Guttler für die Zeitschrift Quick. Copyright © 2025, Privatsammlung Peter Schnug
Im Unterschied zu vielen anderen Hollywood-Schauspielerinnen ihrer Zeit zeigte Marilyn Monroe kein ausgeprägtes Interesse am europäischen Film. So lehnte sie die ehrenvolle Einladung zur Berlinale vom 23. Juni bis zum 4. Juli 1961 ab. Kurz darauf, am 13. August 1961, begann in Berlin der Bau der Mauer. Ihre europäischen Filmpreise ließ sie sich in den USA überreichen. Die neue, einflussreiche Welle des italienischen, französischen und schwedischen Kinos, die in dieser Zeit entstand und inhaltlich wie ästhetisch neue Maßstäbe setzte, blieb ihr weitgehend verborgen.
Nicht besonders reiseaffin verließ Marilyn Monroe die Vereinigten Staaten nur selten und dann fast ausschließlich aus beruflichen oder geschäftlichen Gründen. Ihren einzigen Aufenthalt in Europa hatte sie vom 14. Juli bis zum 18. Oktober 1956 während der Dreharbeiten zu dem Film DER PRINZ UND DIE TÄNZERIN in London. Berichte, sie habe Paris, Cannes, Monaco, Berlin, Venedig oder Rom besucht, sind unzutreffend. Im Februar 1954 reiste sie gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann Joe DiMaggio nach Japan, wo sie sich in Tokio und Hiroshima aufhielt. Kurz nach dem Waffenstillstandsabkommen von 1953 zwischen Nord- und Südkorea verbrachte Marilyn Monroe im Rahmen dieser Reise zudem vier Tage bei den alliierten US-amerikanischen Truppen nahe der demilitarisierten Zone. Dort trat sie im Auftrag der United Service Organizations bei fünf kurzen Truppenbetreuungskonzerten auf, bei denen sie jeweils drei Lieder sang. Für Filmdreharbeiten war sie mehrfach in Kanada tätig. Privat hielt sie sich mitunter in Mexiko und in der Karibik auf. Ab 1955 pflegte Marilyn Monroe eher soziale und intellektuelle Kontakte. Trotz ihres Images und ihrer unverwechselbaren Erscheinung galt ihr Interesse nicht den sogenannten „Schönen und Reichen“.
Marilyn Monroe war Mitglied der Demokratischen Partei und fühlte sich besonders dem progressiven, damals eher linken Flügel der Partei zugehörig. Ihre politische Haltung war durch persönliche Erfahrungen sozialer Benachteiligung geprägt. Aus dieser Perspektive heraus unterstützte sie politische Kräfte, die sich für soziale Gerechtigkeit, Arbeitnehmerrechte und Gleichstellung engagierten. Ihre Nähe zum linken Parteiflügel war Ausdruck eines gesellschaftlichen Bewusstseins, das sich gegen soziale Ungleichheit und für eine solidarischere Ordnung richtete. Auch wenn sie sich in der Öffentlichkeit nie explizit politisch äußerte, war ihre Parteizugehörigkeit ein deutliches Zeichen für eine stille, aber konsequente Haltung, gerade in einer Zeit, in der viele ihrer Kolleginnen und Kollegen sich politisch zurückhielten. Erst mit dem „Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit" im Jahr 1963 vollzog sich hier ein Wandel. 1956, gegen Ende der McCarthy-Ära, bezog Marilyn Monroe allerdings öffentlich Stellung gegen die politische Verfolgung und Diffamierung ihres Ehemanns Arthur Miller, der ins Visier des Komitees für unamerikanische Umtriebe geraten war.
Marilyn Monroe war auch Mitglied der Schauspielergewerkschaft in Hollywood, welche seinerzeit von dem Demokraten Ronald Reagan angeführt wurde. Der spätere Präsident der USA trat aber 1962 der Republikanischen Partei bei.
Verschwörungstheorien über das Leben und den frühen Tod von Marilyn Monroe trugen zeitweise dazu bei, ihre Lebensleistung zu mindern. Dabei kam ein hartnäckiger Boulevardjournalismus zum Vorschein. Dank fundierter Akten konnten diese Verschwörungstheorien mittlerweile widerlegt werden.
Nach ihrem Tod avancierte Marilyn Monroe zur Popikone. Es war der Pop-Art-Künstler Andy Warhol, der sie 1962 als erster für sein Triptychon MARILYN erfolgreich einsetzte.
Marilyn Monroe gehört zu den maßgebenden Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts und hat den Zeitgeist für Generationen verändert, insbesondere mit Bezug auf die Emanzipation der Frau nach dem Zweiten Weltkrieg.
„Frauen wie Marilyn Monroe zeigten einer Generation, dass weibliche Stärke und Selbstbestimmung auch durch Sinnlichkeit und Charisma Ausdruck finden können.“
Betty Friedan, „The Feminine Mystique“, 1963
„Marilyn Monroe war das Spiegelbild eines Amerika im Wandel, zwischen Tradition und Moderne, zwischen Unterdrückung und Befreiung.“
Susan Sontag, „Against Interpretation“, 1966
„Marilyn Monroe war eine komplexe Figur: Sie zeigte, dass Frauen mehr sein können als nur das Bild, das die Gesellschaft von ihnen erwartet.“
Gloria Steinem, „Marilyn: Norma Jeane“, Henry Holt and Company, New York, 1986
„Marilyn Monroe fungierte als kulturelle Schnittstelle zwischen Hollywoodmythos und sozialem Wandel; ihre öffentliche Persona reflektierte und beeinflusste die aufkeimende Emanzipation der Frau in den 1950er und 60er Jahren.“
Josephine Dolan, „Gender and Cultural Transformation in Postwar America“, 1987
„Der Einfluss von Marilyn Monroe auf die Kultur nach dem Zweiten Weltkrieg kann nicht unterschätzt werden; sie verkörperte Hoffnungen, Ängste und die neue Rolle der Frau in der Gesellschaft.“
Elaine Tyler May, „Homeward Bound: American Families in the Cold War Era“, Basic Books, 1988
„Marilyn Monroe symbolisierte den Wandel einer starren Gesellschaft hin zu mehr Freiheit und Ausdruck. Sie war der lebendige Puls eines neuen Zeitgeists.“
Christopher Isherwood, „Tagebücher und Essays“, 1993
Marilyn Monroe Grave Ausstellung Collection Experte Peter Schnug
Marilyn Monroes Grab, Sargwandnische, Westwood Memorial Park, Los Angeles. Fotografiert von Peter Schnug am 29. März 1978. Copyright © 2025, Privatsammlung Peter Schnug
Am 1. Juni 2026 ist der 100. Geburtstag von Marilyn Monroe. Und am 5. August 2027 ist ihr 65. Todestag.
Gäste seit 1. Januar 1997
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Das Marilyn Monroe Archiv ist eine internationale Sammlung in Wort, Bild, Film und Ton. Die Sammlung wird durch originale Exponate ergänzt. Das Archiv bietet ungeahnte Möglichkeiten für Bücher, Ausstellungen, Veranstaltungen, Fernseh- und Rundfunkprojekte. Die Fachberatung und Recherche ist möglich. Das Marilyn Monroe Archiv wurde 1982 von Peter Schnug gegründet und ist seit 1997 im Internet vertreten. Seine einzigartige Sammlung über Marilyn Monroe informiert ausführlich über Leben und Tod der Schauspielerin und Popikone.
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